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Präsidialrat
der PKK zur Bestätigung des Todesurteils
gegen A.Öcalan durch das Kassationsgericht in Ankara
An die Öffentlichkeit
Die Türkische Republik beharrt weiterhin auf ihre Vernichtungspolitik
gegenüber dem kurdischen Volk. Heute wurde die Entscheidung
des Kassationsgerichtshofes gegen unseren Parteivorsitzenden und
die Führungskraft des kurdischen Volkes, Abdullah Öcalan
getroffen. Die Entscheidung hat aus Sicht unseres Volkes und der
Menschheit keinerlei Legitimation, sie ist vielmehr die Bestätigung
des Todesurteils des Nationalen Sicherheitsrates. Die Bestätigung
des Todesurteils durch den Kassationsgerichtshof trägt zweifellos
einen politischen Charakter. Sie drückt das Beharren auf die
bisherige Phase der gegen unser unschuldiges Volk gerichteten Vernichtung.
Die Ablehnung des Friedens stellt die größte Verletzung
der Menschenrechte und demokratischen Werte dar. Diese Entscheidung,
welche zu einem Zeitpunkt gefällt wurde, an dem gegen unsere
Kräfte, die den Kampf einstellten und sich im Rückzug
befinden, Militäroperationen durchgeführt werden, kann
keine andere Bedeutung haben. Die Bestätigung des Todesurteil
ist die Antwort auf die Entwicklung des von unserem Vorsitzenden
eingeleiteten und von unserer Partei getragenen demokratischen Transformations-
und Umwandlungsprozesses (der Türkei, A.d.Ü.). Die Türkische
Republik hat die äußerst opferbereiten Bestrebungen unseres
Vorsitzenden, unserer Partei und unseres Volkes nicht positiv erwidert.
Auch wurden die lösungsorientierten Annäherungen der Welt
und der Menschheit sowie die in der Deklaration der OSZE in Istanbul
beschlossenen Prinzipien für nichtig erklärt. Trotz alledem
wird das Leben unseres Vorsitzenden weiterhin als Verhandlungsgrundlage
genutzt. Wie am Beispiel der MHP (Nationalistische Bewegungspartei)
ersichtlich, wurde der Frieden abgelehnt und die Werte der Menschenrechte
und der Demokratie geopfert, um entsprechend den Forderungen der
reaktionären Kräfte handeln zu können. So wie in
der Vergangenheit wird auch heute das freie Lebensrecht des kurdischen
Volkes nicht anerkannt und statt auf einer Lösung zu bestehen,
wird auf der Ausweglosigkeit beharrt. Die Bestätigung des Todesurteils
durch den Kassationsgerichtshof setzt den Umwandlungs- und Transformationsprozess
für Frieden und Demokratie einer großen Gefahr aus. Die
einseitigen Vorkehrungen und opferbereiten Bestrebungen unsererseits
zur Entwicklung einer solchen Phase werden vom türkischen Staat
ausgenutzt, was die Geduld unserer Partei und unseres Volkes strapaziert.
Die Toleranz, die unser Vorsitzender, unsere Partei, unser Volk
und die Staatengemeinschaft dem türkischen Staat im Bezug auf
eine Lösung entgegenbringt, wird, wie es am Beispiel der Zurückhaltung
gegenüber dem Hitler-Faschismus anfänglich sichtbar war,
in ein Mittel der Ausnutzung verwandelt. Der türkische Staat
überwindet seine, von der MHP aufgezwungenen und auf höchster
Ebene vertretenen Vernichtungspolitik nicht und unternimmt keinerlei
Schritte, die für eine demokratische Umwandlung und Transformation
notwendig sind. Unsere Partei glaubt, dass von Seiten unseres Volkes
und der internationalen Staatengemeinschaft eine aktive und entschlossene
Haltung gegenüber der unter der Führung der MHP betriebenen
Vernichtungspolitik notwendig ist.
Im Fall der Aufrechterhaltung der bisher gezeigten Toleranz (gegenüber
der Türkei, A.d.Ü.), werden die reaktionären Kräfte
in ihrer vernichtenden Haltung noch bedenkenloser werden und den
friedlichen und demokratischen Umwandlungs- und Transformationsprozess
in die Erfolglosigkeit führen. Deshalb erklären wir, dass
es an der Zeit ist zu handeln. Es muß weit mehr getan werden,
als nur die Vollstreckung des Todesurteils zu verhindern. Die Freilassung
unseres Vorsitzenden und die Verwirklichung von rechtlichen Reformen
zur Lösung der kurdischen Frage sind von großer Bedeutung.
In dieser Hinsicht muß auf den türkischen Staat eingewirkt
werden. Daher rufen wir unser Volk dazu auf, seinen Widerstand auf
politischer Ebene zu stärken und appellieren an die internationale
Staatengemeinschaft, hierfür ihre Bestrebungen zu verstärken.
Präsidialrat der PKK
25.11.99
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