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Pressemitteilung der Internationalen
Initiative anlässlich des 2. Jahrestages der Verhängung der
Todesstrafe gegen Abdullah Öcalan
Internationale Initiative
Freiheit für Abdullah Öcalan - Frieden in Kurdistan
Internationales Koordinationsbüro
Postfach 100511, 50445 Köln
E-Mail: info@freedom-for-ocalan.com
URL: www.freedom-for-ocalan.com
28. Juni 2001
An die Redaktionen In- und Ausland / Mittlerer Osten / Türkei
/ Kurdistan
Pressemitteilung:
Todesurteil für Abdullah Öcalan weiterhin aktuell
Am 29. Juni 1999 wurde gegen den Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans
(PKK), Abdullah Öcalan, vom obersten türkischen Staatssicherheitsgericht
die Todesstrafe verhängt. Der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte (EGHMR) erwirkte mit einem Eilentscheid die vorläufige
Ausetzung seiner Vollstreckung. Bis zum entgültigen Urteil des EGHMR
will die Türkei den Entscheid respektieren.
Trotz des über ihn verhängten Todesurteils setzt sich Abdullah
Öcalan auch aus der Haft heraus im Rahmen seiner Möglichkeiten
weiterhin für eine friedliche Lösung des türkisch-kurdischen
Konfliktes ein. Mit der einseitigen Beendigung des Krieges durch die kurdische
Seite entstand eine reale Chance zur politischen Lösung des Problems.
Diese Chance bleibt nach wie vor ungenutzt.
Mit der Ernennung der Türkei als Beitrittkandidat zur Europäischen
Union waren große Hoffnungen auf den Beginn eines Demokratisierungsprozess
in der Türkei verbunden. Zwei Jahre nach dem EU-Gipfel von Helsinki
herrscht tiefe Ernüchterung. Die nach wie vor katastrophale Menschrechtslage
in der Türkei, die zunehmende Repression gegenüber demokratischen
Institutionen, der selbstherrliche Umgang mit der Hungerstreiktragödie
in türkischen Gefängnissen und der Wiederbeginn des "Verschwindenlassens"
von Repräsentanten demokratischer Parteien, lassen am Willen der
Türkei zur Umsetzung der "Kopenhagener Kriterien" zweifeln.
Grundlegende Forderungen, wie die Aufhebung der Todesstrafe, werden an
der Erfüllung gehindert. So macht die ultranationalistische MHP ihre
Zustimmung zur Aufhebung davon abhängig, das Todesurteil an Abdullah
Öcalan zu vollstrecken. Das jüngst verhängte Verbot der
islamistischen Partei Fazilet, als der größten parlamentarischen
Oppositionspartei zeigt das Dilemma des stagnierenden Demokratisierungsprozesses
auf.
Auch die Kurden beginnen ungeduldig zu werden. Erst kürzlich meldeten
sich Mitglieder des Führungsgremiums der PKK mit scharfen Erklärungen
zu Wort, in denen die Möglichkeit eines Neubeginn des Krieges nicht
mehr ausgeschlossen wird. Ein erneuter Krieg jedoch hätte unabsehbare
Folgen für die Stabilität der Region.
Festzutellen ist, dass das von den führenden Mächten der europäischen
Staatengemeinschaft verfolgte Kalkül eines "kritischen Dialoges"
mit der Türkei keine Aussicht auf Erfolg zeigt. Die allgemein gehaltene
Formulierung des EU-Dokuments zur Beitrittspartnerschaft, in dem bewusst
auf die namentliche Nennung der Kurden verzichtet wurde, hat die Türkei
in ihrem repressiven Umgang mit ihren zentralen Problemen ermutigt. Wir
appellieren deshalb an die europäische Staatengemeinschaft mehr Initiative
zu entwickeln und auf die Türkei mäßigend einzuwirken.
Die offizielle Anerkennung der nationalen und politischen Identität
der Kurden wäre ein deutliches Signal an die Türkei, dass es
nur mit der vollständigen Umsetzung der "Kopenhagener Kriterien"
einen freien Weg nach Europa geben wird.
"Freiheit für Abdullah Öcalan - Frieden in Kurdistan und
der Türkei" 
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