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Erklärung des Präsidialrates
der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vom 21.12.1999
In den letzten Tagen dieses Jahrtausends wird vielfach darüber diskutiert,
wie die Türkei das neue Jahrtausend beginnen sollte. Das Schicksal
der Türkei im 21. Jahrhundert wird sowohl national als auch international
sehr ernst genommen. Dabei kommen alle zu derselben Schlußfolgerung:
Eine umfassende Umgestaltung und Veränderung ist dringend notwendig.
Die Diskussionen um die Türkei und die Resultate dieser Diskussionen
stehen unmittelbar mit der Phase in Verbindung, die am 2. August 1999
durch unseren Parteivorsitzenden Abdullah Öcalan für die Schaffung
einer Demokratischen Republik eingeleitet wurde.
Durch den Kandidatenstatus der Türkei für die EU-Mitgliedschaft
erhält diese Phase eine völlig neue Dimension und die Einleitung
praktischer Schritte wird zur unmittelbaren Norwendigkeit.
Das Hauptproblem bei der Umgestaltung der Türkei bildet die demokratische
Lösung der kurdischen Frage, die eng mit der Aufhebung der Todesstrafe
gegen unseren Parteivorsitzenden verknüpft ist. Um die ökonomischen,
sozialen, militärischen, politischen und kulturellen Fragen lösen
zu können, bedarf es einer Lösung der kurdischen Frage. Die
Äußerung des Vorsitzenden der Mutterlandspartei ANAP, Mesut
Yilmaz "Der Weg in die EU führt über Diyarbakir" ist
Ausdruck dieser Realität. Trotz der eng nationalistischen Herangehensweise
und Position der Partei der Nationalen Bewegung (MHP) wird diese Realität
durch verantwortungsbewußte Kreise in der Türkei unterstrichen.
Es kann nicht erwartet werden, dass mit gesundem Menschenverstand begabte
und auf die Interessen der Türkei bedachte Personen anders denken.
Unsere Partei betrachtet es als sehr wichtig, dass die von unserem Vorsitzenden
begonnene und heute auf große Zustimmung stoßende Lösungsphase
der Demokratische Republik beschleunigt wird. Die Partei, die dieser Phase
mit größerer Hoffnung denn je entgegensieht, glaubt an die
Notwendigkeit verantwortungsbewußten Handelns. Sie bewertet all
ihre Anstrengungen und die unternommenen Schritte auf dieser Basis und
versucht, dieser Phase Kraft zu verleihen.
Die PKK sieht sich durch die Entwicklung bestärkten und ist entschlossen,
ihren Beschluss, vom 1. September an den bewaffneten Kampf einzustellen
und die Guerillaeinheiten aus dem Kriegsgebiet abzuziehen, durchzuführen.
Wenn auch die Verlagerung unserer Guerillakräfte bereits weitgehend
erfolgt ist, so konnten die Kräfte wegen anhaltender Operationen
der türkischen Armee und winterbedingter Erschwernisse noch nicht
vollständig abgezogen werden. Trotz all dem werden die Wenigen, die
sich nicht zurückziehen konnten, dies nachholen, sobald es die Bedingungen
zulassen und die Möglichkeit gegeben ist. Damit werden wir unseren
Beschluß vollständig umsetzen. Auf der anderen Seite werden
die Bedingungen für die von der Türkei geplante Umwandlung und
Veränderung noch mit politischen und organisatorischen Maßnahmen
ausgestattet werden.
Niemand wird den Kampf um moderne demokratische Werte für die Türkei
und ihre Umgestaltung und positive Entwicklung aufhalten können.
Wer sich dem Umwandlungsprozess nicht anschließt, wird zurückbleiben.
Deshalb erklärt unsere Partei, die PKK, dass sie die ihr beim Kampf
für die Umgestaltung der Türkei zufallende Aufgabe effektiv
erfüllen wird. Außerdem ruft unsere Partei alle national-demokratischen
Kräfte dazu auf, verantwortungsvoll zu handeln und sich aktiv an
der Errichtung der Demokratischen Republik zu beteiligen."
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