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FLASH BULLETIN
HINTERGRUND NR. 7 AHMET TÜRK:
Die HADEP ist eine Partei, die aus dem herkömmlichen Rahmen der
politischen Bewegung in der Türkei hervorsticht. Weil sie sich auf
die Massen stützt und die Unterstützung der Kurden gewonnen
sowie ein Verständnis von Politik entwickelt hat, welches sich von
den traditionellen Parteien unterscheidet, ist sie immer wieder Ziel von
Angriffen. Schon kurz nach ihrem Entstehen wurde sie als reine "Kurdenpartei"
abgestempelt. Wir hingegen haben von Anfang an betont, dass wir uns als
eine Partei für die gesamte Türkei verstehen. Nach unserer Meinung
muss ein politisches Verständnis entwickelt werden, das sich sämtlicher
Probleme annimmt. Wir betonen die Notwendigkeit einer gleichzeitigen Lösung
aller Probleme in Verbindung mit der kurdischen Frage. Es ist richtig,
dass in der Türkei ein kurdisches Problem existiert, doch existieren
auch andere Probleme wie die der Werktätigen, der Schüler und
Probleme im Umgang mit der Freiheit des Gewissens. Es gibt Diskussionen
über die Selbstdarstellung des Laizismus usw. Haben sie Lösungen für die grundlegenden Probleme der Türkei? Was schlägt die HADEP zur Lösung der Probleme vor? Speziell in der jetzigen Phase konzentriert sich die DADEP auf die Ökonomie, Außenpolitik und Rechtsreformen. Wir denken auch darüber nach, unsere Organisation und Führung weitreichenden Fortbildungsmaßnahmen zu unterziehen. Hierfür wollen wir eine Arbeitsgruppe einrichten, welche einen Bericht anfertigt, auf dessen Grundlage diese Arbeiten durchgeführt werden können. Die dabei erzielten Ergebnisse werden sich so in der Philosophie unserer Partei wiederspiegeln und dies zur folge haben, dass die dabei erlangten Fortschritte an das Volk weitergegeben werden. Was für eine Vortstellung von einer neuen Türkei haben sie? Wir haben schon immer betont, dass wir eine achtenswerte Türkei wollen. Wir wollen eine Türkei, in der die Rechte aller Bürger geachtet und ihre Identität wie auch Kultur respektiert werden. Wir wollen eine Türkei, welche den Normen der Europäischen Union entspricht. Und wir wollen eine Türkei, in der Kurden, Türken und andere ihren rein ethnisch begrenzten Bezug überwunden haben und im brüderlichen Einverständnis vereint, die jeweilige Identität des anderen respektieren. Was für eine Art von Beziehungen zu den linken Parteien und der Regierung gedenken sie zu entwickeln? In der Türkei existieren eine Reihe von linken Parteien, die nicht im Parlament vertreten sind. Diese besitzen Auffassungen vom demokratischen Kampf, welche den unseren nahe stehen. Auch die Basis der jeweiligen Parteien ist gegenüber unseren Auffassungen aufgeschlossen. Diese bringen uns gegenüber Verständnis auf. Somit sind es Parteien, mit denen eine gemeinsame Arbeit möglich ist. Deshalb beabsichtigen wir, eine solidarische Zusammenarbeit mit allen linken politischen Parteien zu entwickeln. Wir üben mit allen politischen Parteien Solidarität, die in der Türkei eine wahre Demokratie aufbauen wollen. Auch wollen wir den Dialog mit den Regierungsparteien entwickeln, da wir in diesem Land Politik machen. Wir müssen uns auch mit denjenigen zusammen setzen und diskutieren, welche unsere Auffassungen nicht teilen. Das gebietet unsere Verantwortung, ob es uns passt oder nicht. Im Bezug auf die MHP lässt sich folgendes sagen: Man kann schwerlich einen konstruktiven Dialog mit Personen erwarten, welche die Realitäten in diesem Land verleugnend Politik betreiben. Wenn es ihn doch geben könnte. Aber dies ist nicht möglich. Außer der MHP gibt es auch noch andere Parteien. So machte die ANAP einige Aussagen, die wir positiv aufgenommen haben. Der Dialog ist sowohl für die Türkei als auch für unser Volk notwendig. Er nützt jedem. Deshalb werden wir uns in der vor uns liegenden Zeit auf den Dialog und die Verständigung konzentrieren. Jedoch sollte dies niemand falsch verstehen. Auch wir haben unsere Überzeugungen und Prinzipien. Niemals werden wir hinsichtlich einer friedlichen Lösung der kurdischen Frage nachgeben. Niemand kann von uns erwarten, dass wir im Namen des Dialoges von unserem Standpunkt in diesem Punkt abrücken. Jedoch sind wir gegenüber dem Wie einer Lösung offen, da wir nicht von vornherein die Ebene der Diskussion einengen wollen. Das nutzt auch der Türkei. Dies darf jedoch nicht als Anbiederung missverstanden werden. Was für eine Lösung schlagen Sie für das brennendste Problem der Türkei, die kurdische Frage vor? Was sollte "sofort" verändert werden? Welche Schritte sind zu unternehmen? Um überhaupt eine Lösung der kurdischen Frage erzielen zu können, bedarf es eines grundlegenden Wandels in der herrschenden Haltung. Die Menschen müssen ihren Glauben frei ausüben und gemäß ihrer Identität sowie Kultur leben können. Wenn ein solches Verständnis sich entwickelt, wird die Lösung des Problems immens erleichtert. Die Kurden erheben einen Anspruch auf ihre Identität. Sie haben mit der Staatsbürgerschaft in der türkischen Republik keine Probleme. Es besteht nur Wunsch nach Anerkennung der eigenen Identität, den freien Gebrauch der eigenen Sprache und die freie Ausübung der eigenen Kultur. Trotz der großen Anzahl von Toten ist kein unüberwindbarer Hass entstanden. In dieser Hinsicht gestaltet sich unsere Arbeit als sehr einfach. Wenn wir uns den Problemen mit einem logischen und menschlichen Verständnis annehmen, lassen sich alle Probleme lösen.
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