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Inhalt:
Öcalans
Gesundheitszustand
Fragen an Aysel Tugluk und Bekir Kaya, Anwälte von Abdullah Öcalan
von Karin Leukefeld
“Wir sind bereit zum Dialog”
Die kurdische Frage wird systematisch ignoriert
Fragen an Mizgin Sen, Europasprecherin des KADEK
Keine Besuche mehr
Abdullah Öcalan verweigert bis auf weiteres jeden Besuch seiner Anwälte
Presseerklärung der Internationalen Initiative
Einsatz im Irak
Im Irak vermischen sich türkische Außen- und Innenpolitik
von Klaus Happel
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Editorial
Kurz vor dem Irakfeldzug
sprach der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld von einem
Europa, das in die Jahre gekommen sei. Die mediale Entrüstung in
den jeweiligen Mitgliedsstaaten der Union war ihm gewiss.
Dennoch fragten sich selbst hartgesottenere Europäer, ob nicht an
dem verbalen Ausfall des Falken aus dem Pentagon etwas daran sein könnte.
Allzu behäbig scheint Europa in außenpolitischen Belangen daherzukommen.
Insbesondere der dauernde Krisenherd Mittlerer Osten wurde in der Vergangenheit
sträflich vernachlässigt.
Das selbe gilt für die Türkei. So glaubt man im Rahmen des Beitrittsprozesses
alle vorhandenen Probleme lösen zu können.
Die Kopenhagener Kriterien werden zum Allheilmittel stilisiert. Probleme
sollen, so scheint es, schlicht absorbiert werden. Doch ist auch aus der
Medizin bekannt, dass sich manche Dinge nicht verdauen lassen. Die kurdische
Frage gehört dazu. Wider jeden „Meanstream“ ist sie kein
Problem unter anderen. Vielmehr stellt sie eines der Hauptprobleme der
Türkei dar.
Indes steuert die
Türkei auf einen erneuten Krieg mit den Kurden zu und Europa schaut
zu. Der einseitige Waffenstillstand der kurdischen Seite im türkisch-kurdischen
Konflikt ist hinfällig geworden. Dabei wäre ein solcher Krieg
noch zu verhindern. Ein klares Signal an die Türkei, dass man kosmetische
Reformen nicht hinnehmen werde, könnte ein erster Schritt sein.
Die Thematisierung der kurdischen Frage hingegen ist unabdingbar, wenn
mit einer Demokratisierung der Türkei ernst gemacht werden soll.
Die kurdische Seite im türkisch-kurdischen Konflikt hat hierfür
wiederholt ihre Bereitschaft erklärt. Sollte jedoch die Eskalationspolitik
der Regierung Erdogans weiter andauern, wäre der Gebrauch des legitimen
Selbstverteidigungsrechts unausweichlich.
Die erneute Stationierung von kurdischen Guerillakräften auf dem
Territorium der Türkei zeigt, dass dies keine hohle Phrase ist.
Zudem trägt die Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Abdullah
Öcalan nicht gerade zu einer Entspannung der Lage bei. Die Entsendung
einer unabhängigen Ärztekommission, die den Gesundheitszustand
des Vorsitzenden des KADEK untersucht, könnte die Kurden beruhigen.
Ob nun „alt“ oder „neu“: Die Initiative Europas
ist gefragt.
In dieser Ausgabe
finden sich Beiträge von Karin Leukefeld, Klaus Happel und ein Interview
mit Mizgin Sen, der Europavertreterin des Kadek
Köln, im Oktober
2003, die Redaktion
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