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Inhalt:
Appell
an den italienischen Ministerpräsidenten
Die türkische Regierung muss die Isolationshaft von Abdullah Ocalan
aufheben
Die Isolationshaft muss beendet
werden
Der KADEK-Vorsitzende Abdullah Öcalan wird immer mehr von der Außenwelt
isoliert
von seinen Anwälten aus Istanbul
Türkei und Irakkrise
Nach dem Regierungswechsel in der Türkei
Interview mit Otfried Nassauer, Berliner Informationszentrum
für transatlantische Sicherheit
Vor dem Gipfel
Der Stand der türkischen Bemühungen um den EU-Beitritt
Interview mit Heinz Kramer, Stiftung Wissenschaft und Politik
in Berlin
Die Bevölkerung will Veränderungen
Eine Bewertung der Wahlen in der Türkei aus Sicht der HADEP
von Mehmet Salih Acar
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Editorial
Die Türkei spielt
wieder einmal mit dem Feuer: Immer wieder wird den Anwälten von Abdullah
Öcalan die Wahrnehmung der festgelegten Besuchszeiten verwehrt. Insbesondere
während der letzten zwei Monate hat diese willkürliche Praxis
stark zugenommen. Erst kürzlich forderte der Europarat die Aufhebung
der schweren Isolationshaftbedingungen von Abdullah Öcalan. Zwar
wurde das verhängte Todesurteil in eine lebenslange Freiheitsstrafe
umgewandelt, die Haftbedingungen jedoch weiter verschärft. Als Mitglied
des Europarats ist die Türkei an die Europäische Menschenrechtskonvention
gebunden. Trotz aller Willensbekundungen, die Kopenhagener Kriterien erfüllen
zu wollen, wird diese von der Türkei weiterhin systematisch verletzt.
Nach wie vor ist die Menschenrechtslage katastrophal. Immer noch werden
elementare demokratische Grundrechte grob missachtet.
Abdullah Öcalan gilt auch nach seiner völkerrechtswidrigen Verschleppung
in die Türkei in weiten Teilen der kurdischen Gesellschaft als nationale
Führungspersönlichkeit. Somit ist die derzeitige Behandlung
des Kurdenführers ein Spiel mit dem Feuer. Indes hat die kurdische
Seite im türkisch-kurdischen Konflikt klargestellt, dass sie nicht
bereit ist, die momentane Praxis noch all zu lange hinzunehmen.
Die Türkei hat am 3. November 2002 gewählt: Das bisherige politische
Establishment wurde ausgewechselt. Dank der undemokratischen Zehn-Prozent-Hürde
sind nur noch zwei Parteien im neuen türkischen Parlament vertreten.
Tayip Erdogan und seine Partei für Aufklärung und Wiederaufbau
(AKP) wurden mit einer absoluten Mehrheit ausgestattet, welche es ihnen
erlaubt, tiefgreifende demokratische Reformen voranzutreiben. Das verspricht
augenscheinlich Stabilität. Wie stabil aber kann ein Land sein, in
dem die Hälfte der Wähler nicht mit ihrer Stimme im Parlament
vertreten ist?
Weiteres gesellschaftliches Konfliktpotential ist vorprogrammiert. Es
bleibt abzuwarten, ob Erdogan und die Seinen erfolgreich sein können.
Das allmächtige türkische Militär und die immer gegenwärtige
Bürokratie wachen mit Argusaugen darüber, dass ihre Pfründe
nicht angetastet werden. In der Kurdenfrage scheinen die neuen Machthaber
in Ankara wenig Unternehmungslust zu zeigen. Ohne eine Lösung dieser
Frage wird sich jedoch kein gesellschaftlicher Demokratisierungsprozess
aufbauen lassen.
Zu diesen und anderen Themen in dieser Ausgabe: Gespräche mit Dr.
Heinz Kramer (Stiftung Wissenschaft und Politik), Otfried Nassauer (BITS)
und Beiträge der Europavertretung der HADEP und der Öcalan-Anwälte.
Köln, im November
2002, die Redaktion
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