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Inhalt:
Die
Reformen sind ein Schritt nach vorn
ASITI im Gespräch mit Faik Yagizay, Europavertreter
der HADEP
Verbot oder Einzug ins Parlament?
Interview mit Ahmet Turan Demir, stellv. HADEP-Vorsitzender
von Karin Leukefeld
Die Menschen wollen zurück in die Dörfer
Interview mit Sefika Gürbiz, Vorsitzende von Göc-Der
in Istanbul
von Stefan Leibold
Ludger Volmer: Wir werden ein Verbot
der HADEP nicht akzeptieren
Der Stand der türkischen Bemühungen um den EU-Beitritt
von Klaus Happel
Demokratie- und Europawahl
Aufruf der
HADEP zur Beobachtung der Wahlen am 3. November in der Türkei
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Editorial
Weiterhin
erhitzt die drohende amerikanisch-britische Intervention im Irak die Gemüter
der internationalen Politik. Während längst nur noch über
das Wann und Wie spekuliert wird, versucht die Welt neben Amerika ihre
Position zu finden. So oder so: Eine Intervention wird zu einem Umbruch
des gesamten Mittleren Ostens führen. Fraglich ist nur, ob dies zur
Zufriedenheit der Regie geschieht.
So auch in der Türkei. Dort wird am 3. November 2002 gewählt.
Unabhängige Beobachter sprechen von einer Schicksalswahl. Setzen
sich die Reformkräfte durch und gelingt es die jüngsten Reformen
real umzusetzen, kann von einer weiteren Annäherung der Türkei
an Europa ausgegangen werden. Andernfalls wird sich die politische und
wirtschaftliche Krise verschärfen. Dies wiederum würde eine
mögliche EU-Mitgliedschaft in weite Ferne rücken.
Die vom Verbot bedrohte HADEP hat sich mit zwei anderen kleinen Parteien
zu einem Wahlbündnis unter dem Dach der DEHAP zusammen geschlossen.
Die Demoskopen sehen die DEHAP zur Zeit bei neun Prozent. Erstmals könnte
jetzt die noch junge demokratische Bewegung in der Türkei parlamentarischen
Ausdruck finden, wenn die undemokratische 10 %-Hürde überwunden
wird. Doch schon jetzt ist klar, dass dies schwierig werden wird. So wurden
der renommierte Menschenrechtler Akin Birdal und der Vorsitzende der HADEP,
Murat Bozlak und weitere 48 Kandidaten von der Wahl ausgeschlossen. Insbesondere
in den Notstandsgebieten mehren sich Einschüchterungsversuche durch
türkische Sicherheitskräfte. Ähnliche Einschätzungen
haben auch Amnesty International und der türkischen Menschenrechtsverein
(IHD) kürzlich veröffentlicht.
Trotz aller Lippenbekenntnisse, die Kopenhagener Kriterien umsetzen zu
wollen, ist die Menschenrechtssituation weiterhin katastrophal. Folter
und staatliche Willkür haben sogar wieder zugenommen. Dies wird sich
auch in dem Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission niederschlagen,
der im Oktober 2002 veröffentlicht wird. Demnach ist die Nennung
eines Termins zum Beginn von Beitrittsverhandlungen mehr als fraglich.
Erst die Lösung der kurdischen Frage und der Ausgleich mit ihren
kurdischen Bürgern kann die Europaambitionen der Türkei Wirklichkeit
werden lassen. Europa sollte diesen Reformprozess aktiv unterstützen,
um die Sicherheit und Stabilität der Region zu fördern. Der
noch zaghafte Reformwillen in der Türkei verdient eine faire Chance.
Die kurdische Seite hat gezeigt, dass sie für einen solchen Prozess
bereit ist. Sie mit einzubeziehen ist für den Erfolg dieser Bemühung
unverzichtbar.
Zu diesem und weiteren Themen in dieser Ausgabe: Faik Yagizay und Ahmet
Turan Demir (beide HADEP), Sefika Gürbiz (Göc-Der) und Klaus
Happel.
Köln, im September
2002, die Redaktion
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