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Inhalt:
Zum
Transformationsprozess der PKK und den europäischen Ambitionen der
Türkei
Interview mit Uta Zapf (MdB SPD)
Türkeipolitik und Kurdenfrage
unter Rot-Grün
von Dr. Ludger Volmer
Von der PKK zum KADEK
Auflösung der PKK, Gründung des KADEK, Aktualisierung der EU
-Terrorliste...
Fragen an Duran Kalkan, Mitglied des KADEK - Präsidiums
VETO!
Appell an die politische Vernunft
Zur Aufnahme der PKK in die Terrorliste der Europäischen Union
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Editorial
Der 3. Mai
2002 markiert ein weiteres dunkles Kapitel in der Geschichte der Kurden.
An diesem Tag wurde die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) auf die EU-Liste
terroristischer Organisationen gesetzt. Diese Entscheidung stößt
nicht nur bei den Kurden auf Unverständnis. Auch viele europäische
Intellektuelle, Vertreter von NGO's und Politiker können am Friedenskurs
der Kurden nichts Terroristisches erkennen. Das drückt sich auch
in der breiten Unterstützung eines Appells aus, den die Internationale
Initiative als Schirmorganisation mit unterstützt, und um dessen
Unterstützung wir Sie an dieser Stelle bitten möchten. Die Befürchtungen
haben sich bestätigt, dass die Türkei ihren eigenen Schluss
aus der Entscheidung der EU zieht. Verstärkte Militäroperationen
türkischer Sicherheitskräfte und erste heftige Gefechte lassen
die Gefahr eines Wiederauflammens des Krieges real werden. Dies stimmt
äußerst bedenklich. Ein solches Szenario ließe sich nicht
mehr kontrollieren und würde die Region noch weiter destabilisieren.
Somit ist die Entscheidung der EU ein Akt politischer Unvernunft.
Das in dieser Ausgabe dokumentierte Interview mit Uta Zapf zeigt, dass
sehr wohl realistischere Einschätzungen über die Situation möglich
sind, wenn wir diese auch nicht im selben Maße teilen. Wir sind
jedoch der Meinung, dass alle politischen Initiativen für eine friedliche
Beilegung von Konflikten unterstützt werden müssen. Insbesondere
in Deutschland wäre eine größere Aufmerksamkeit der hiesigen
Politik gegenüber der kurdischen Problematik wünschenswert.
Nach wie vor behindert jedoch das Verbot der PKK eine öffentliche
Auseinandersetzung. Die Aussage von Herrn Vollmer, dessen Artikel wir
in dieser Ausgabe wiedergeben, dass Meinungs- und Organisationsfreiheit
sowie Grundrechte Kriterien seien, an denen sich auch die Kurden messen
lassen müssen, teilen wir im vollem Umfang. Wir denken jedoch, dass
dies auch für die deutsche Politik gelten muss. Das PKK-Verbot jedoch
hat nichts zur Konfliktlösung beigetragen. Auch hier ist der Weg
noch lang.
Erfreulich ist, dass die kurdische Seite trotz oben genannter Negativentwicklung
unbeirrt an ihrem Kurs festhält. So löste sich die PKK vor wenigen
Wochen offiziell als Organisation auf. An ihrer Stelle wurde der Freiheits-
und Demokratiekongress Kurdistans (KADEK) ins Leben gerufen, als eine
Plattform, die es allen Organisationen und auch Personen ermöglicht,
an einem demokratischen Kampf für die Rechte der Kurden als Volk
teilzunehmen. Hierzu nimmt in dieser Ausgabe Duran Kalkan Stellung, der
Mitglied des Präsidialrates des KADEK ist. Unser besonderer Dank
gilt deshalb dem Comité du Kurdistan in Brüssel, durch dessen
Vermittlung dieses Interview erst möglich wurde.
Köln,
im Mai 2002, die Redaktion
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